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Ayurveda Online Kurs und meine ersten praktischen Erfahrungen damit

Ursprünglich, ohne Corona, wäre ich in drei Tagen in meiner Ayurveda Klinik in Kerala um dort für drei Wochen Ayurveda zu lernen und mich auch ayurvedisch behandeln zu lassen.

Corona hat diesen Plan durchkreuzt. Also hatte ich die Idee, doch einfach die Ayurveda Theorie nun schon zuhause zu lernen um mich später (wenn Corona wieder verschwunden ist), dann in der Klinik ganz auf den praktischen Teil zu konzentrieren: sprich auf die Massage Anwendungen und Therapien.

Tatsächlich habe ich im Internet einen ganz brauchbaren Online-Kurs auf Ayurveda-Foryou gefunden.

Nun studiere ich jeden Tag ein bisschen Ayurveda, höre bei meinen Indoor-Fahrrad und Kochsessions Ayurveda Podcast und bin nun auch im Ayurveda- Fieber angekommen.

Der Vorteil an meiner Ausgangssperre in Indien? Ich kann jetzt versuchen, ganz nach den ayurvedischen Regeln zu leben und versuche es auch.

Rein Ernährungstechnisch ist es natürlich sehr einfach in Indien ayurvedisch zu leben. Hier gibt es die Gewürze, alles muss frisch aus den Grundzutaten gekocht werden und wir haben jede Menge Ghee.

Doch es sind eher die kleinen Dinge, die tatsächlich gar nicht so leicht sind umzusetzen. Warmes Wasser zu trinken zum Beispiel ist etwas, wo ich mich wirklich Bewusst erinnern muss, es auch warm zu machen… und dann auch warm zu trinken. Wasser mit „Zimmertemperatur“ soll ja auch in Ordnung sein, aber unsere Wohnung ist immer noch ziemlich eisig- das gilt glaub ich nicht.

Aus meiner „Chalo!Reisen “ Tasse trinkt sich das warme Ingwer Wasser noch mal besser- gestern hat sich auch ein Affe ein Schluck daraus genehmigt, als ich auf dem Balkon in mein Studium vertieft war!

Die Morgenroutine mit Wasser trinken, Waschen, Zähneputzen, Toilettengang und Yoga bekomme ich schon ganz gut hin.

Einziger Haken: Bei uns fängt der Tag gerade nicht zur energetischen Brahma Muhurta Stunde um 4:30 Uhr (1 Stunde und 36 Minuten vor Sonnenaufgang) an, sondern gemächlich in der trägen Kapha Zeit um 9:00 Uhr. Aber ehrlich: wir sind hier drei Wochen in Quarantäne, da werden die Tage bestimmt noch lang genug

Dafür ist meine morgendliche Yoga Praxis auf dem Balkon, umso umfangreicher und zusätzlich eine Beschäftigung für die gelangweilten Inder um mich herum.

Ich war immer sehr stolz auf mein Frühstück: Jogurt, Haferflocken, viel frisches Obst, Samen und Nüsse. Bis vor drei Tagen. Da habe ich gelesen, das weder Milchprodukte mit rohem Obst, Obst mit Getreide und Getreide mit Milchprodukten kombiniert werden sollten! Na toll. Alles falsch gemacht.

Also werden nun die Pflocken in Wasser gekocht (mit ein ganz bisschen Milch) und das Obst vorher leicht in Ghee geschwenkt. Warm tut meinem Bauch eh gerade gut und vielleicht hilft es ja auch mein Agni (Verdauungsfeuer) wieder in Schwung zu bringen. Das ist nämlich ganz schön schwach. Dafür habe ich mir nun auch extra Triphala vom Apotheker besorgt.

Triphala ist für alle Dosha Typen und auch gegen fast alle Krankheiten gut und fördert vor allem die Verdauung. Es besteht aus den drei indischen Pflanzen Haritaki, Amalaki (Amla) und Bibhitaki gemacht. Ich habe es als Powder und ein Esslöffel davon soll im warmen Wasser aufgelöst und getrunken werden. Es schmeckt scheußlich!!! Ob es hilft werde ich euch hoffentlich bald berichten können. Der Verdauung förderlich soll ja auch ein Bissen Ingwer mit Salz und Zitrone 15 Minuten vor der Mahlzeit sein….

Sieht nicht ganz so lecker aus, wie sie tatsächlich war- Paprika Schote gefüllt mit Erbsen, Kartoffeln, Gewürzen und Paneer in einer leckeren Sauce. Hier zum Rezept

Ansonsten kochen wir aber wirklich sehr ayurvedisch, vegetarisch und frisch- vor allem jetzt auch sehr bewusst, man hat ja so viel Zeit. Zwar soll die Hauptmahlzeit zur Pitta-Tageszeit am Mittag sein und nicht wie bei uns am Abend, aber das werde ich bei meinen indischen Freund erst allmählich einführen können. Ansonsten haben die Inder, die ayurvedische Ernährung scheinbar mit der Muttermilch aufgesogen. Ganz natürlich essen sie ihre Mahlzeiten warm mit viel Ingwer, Kurkuma und anderen Gewürzen. Sie essen sehr rein und mixen nicht alles zusammen und mein Freund sagte mir schon von Anfang an, das Fleisch und Milch nie kombiniert werden sollte. Ayurveda spricht sogar von einer tödlichen Kombination!

So, es ist 11 Uhr und damit Kapha Zeit und Zeit für mich ins Bett zu gehen.