Dinacharya

Die Ayurvedische Tagesroutine

Ein wichtiges Ziel im Ayurveda ist es, die Gesundheit der Gesunden zu erhalten. Dies gelingt laut Ayurveda, neben einer gesunden Ernährung mit einem gesunden Lebensstil. Zu einem gesunden Lebensstil trägt der Dinacharya bei- die Ayurvedische Tagesroutine.

Im Ayurveda ist es besonders wichtig einen regelmäßigen Tagesablauf zu haben, der den Fokus auf eine körperliche und geistige Reinheit und das Bewusstsein legt.

Die Acharyas (die Gelehrten, die vor einigen Tausend Jahren das uralte Wissen rund um Ayurveda niedergeschrieben haben), haben in ihren Büchern einen großen Fokus auf den Erhalt der Gesundheit und eben auch einer gesunden Tagesroutine gelegt.

Gepflegt, sauber und Gesund mit der Morgen Routine

Dabei waren die Gelehrten ziemlich spezifisch und sehr ausführlich. Allein für die morgendliche Reinigung werden mehrere Punkte erwähnt. So sollen neben dem Zähneputzen mit einem Neembaumzweig, der Zungenreinigung mit einem Palmenblatt, auch die Augen mit medikamentierten schwarzen Kajal gereinigt werden (Anjanam), Rauch aus Kräutern durch die Nase ein – und durch den Mund ausgeatmet werden (Dhoomapani), im Mund soll Flüssigkeit gehalten (Gandusha) und gegurgelt werden (Kabala). Das Gesicht und die Augen sollen mit klarem Wasser gespült werden. Die Nase und Ohren mit ein paar Tropfen Öl eingeölt werden (Karna Poornima und Nasyam). Vor dem Bad gilt es sich mit Öl oder Pudern zu massieren und anschließend einer sportlichen Betätigung nachzugehen. Diese soll jedoch nur mit halber Intensität ausgeübt werden und so lange, bis sich ein leichter Schweißfilm auf der Haut bildet. Auch gibt es Anmerkungen zur täglichen Rasur und dem Haarschnitt. Diese morgendliche Prozedur bei der alle Sinnesorgane gepflegt werden kann gut bis zu 2 Stunden dauern. Daher sollte man auch zur Brahma Muhurta aufstehen- die besonders energetische Zeit vor dem Sonnenaufgang.

Nasyam- ein Bestandteil der Ayurvedischen Routine

Die antiken ayurvedischen Bücher beschreiben auch wie man sich zu kleiden hat (sauber, ansprechend und ordentlich), dass man sich und das Haus mit Blumen schmücken und einen wohlriechenden Duft auftragen soll.

Frische Blumen auf dem Markt

Die Mahlzeiten sollen regelmäßig zu sich genommen werden mit 3 bis 6 Stunden dazwischen, es soll weder zu viel noch zu wenig, zu langsam oder zu schnell gegessen werden. Zur umfangreichen Ayurvedischen Ernährung wird es noch einen gesonderten Artikel geben.

frische und gesunde Mahlzeiten

Zudem ist beschrieben, dass man einer Tätigkeit nachgehen soll, die sinnvoll und befriedigend ist. Man soll schlechte Emotionen, wie Ärger, Wut, Neid, Stolz etc. unterdrücken, die natürlichen Dränge hingegen auf keinen Fall. Davon gibt es 13 an der Zahl, Harndrang, Stuhlgang, Gähnen, Husten, Blähungen und Schwitzen sind nur einige von ihnen.

Gegenüber seinen Mitmenschen soll man sich respektvoll und freundlich verhalten, die ethischen Grundregeln müssen eingehalten werden.

Vor dem Schlafengehen soll der Tag reflektiert werden und an Gott gedacht werden.

den Tag friedlich ausklingen lassen

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie detailliert sich die Acharyas schon damals mit einer gesunden Routine auseinandergesetzt haben und wie diese Punkte noch immer ihre Berechtigung haben, vielleicht sogar so sehr, wie noch nie.

Natürlich können all die Regeln beim Einstieg in den Ayurveda etwas überfordern.

Hier sollte jeder für sich entscheiden, welche Punkte der Tagesroutine übernommen werden oder vielleicht leicht abgewandelt werden können. Dabei macht es Sinn, erst mit wenigen kleinen Punkten zu beginnen und dann vielleicht mit der Zeit weitere Routinen einzugliedern.

Bei mir war es ganz ähnlich. Zu Beginn startete ich den Tag einfach nur mit einem Glass warmen Wasser, der Zungenreinigung, der Mundspülung Gandusha und der Nasendusche, gefolgt von Yoga und Meditation. Später folgte dann auch das Ölen der Ohren und die Reinigung der Augen mit medikamentierten Tropfen. Die Selbstmassage verschiebe ich meistens Richtung Abend und mache sie ein bis zweimal die Woche.

Pranayama und Meditation in den Alltag integrieren

Besonders an meiner Abendroutine muss ich noch arbeiten. Hier sollte man versuchen nicht zu spät zu Bett zu gehen, das Handy früh auszuschalten und den Tag mit Entspannung, Reflektion oder Meditation ausklingen zu lassen. Der Schlaf vor Mitternacht gilt als besonders erholend.

Routinen können einen unglaublich viel Stabilität in einem intensiven oder gar hektischen Alltag geben. Auf mich wirken sie unglaublich erdend. Während die morgendliche Routine mir einen bewussten und positiven Start in den Tag gibt, verschafft die Abendroutine einen tollen Ausklang des Tages und schenkt mir etwas mehr Verbindung zu mir Selbst.

Hier ein kleiner Vorschlag für eine Ayurvedische Tagesroutine:

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