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Meine Ayurveda und Yoga Tagesroutine

Mittlerweile ist die dritte Woche der Ausgangssperre in Indien angebrochen und damit auch die dritte Woche meines selbst gestalteten Yoga- Ayurveda Retreats in meiner „ Retreat-Höhle“, wie ich unsere Wohnung, in Anlehnung an Tenzin Palmo’s Meditationshöhle im indischen Himalaya, liebevoll nenne.

Anmerkung 1: Das Buch von der britischen buddhistischen Nonne „ The Cave in the Snow” ist sehr empfehlenswert. Diese Höhle befindet sich übrigens oberhalb Keylongs in Lahaul (alle, die schon mal auf unseren Himalaya Touren mit uns unterwegs waren, kennen den Ort)

Anmerkung 2: Unsere Wohn“Höhle“ wurde gleich viel freundlicher durch unseren gestrigen Frühlingsputz – gut genutzte Zeit, die wir alle jetzt haben

Während ich mein Online Ayurveda Studium durchführte (mittlerweile ist es abgeschlossen) und auch danach, habe ich auch versucht, so ayurvedisch wie möglich zu leben und nebenbei Lektionen vom großartigen Ayurvedischen Doktor Vasant Lad geschaut.

Meine Ayurveda und Yoga Tools
Meine wichtigsten Utensilien für den Tag

Wer sich mit Ayurveda etwas auskennt, der wird wissen, dass sich eine gesunde ayurvedische Lebensweise sehr an einer strukturierten Tagesroutine orientiert, wobei der Großteil schon am Morgen vor dem Frühstück geschieht.

Die „Corona Zeit“ ist tatsächlich ideal, dieser Tagesroutine, genannt Dinchariya, zu folgen. Keine Zeit zu haben, ist jetzt keine Ausrede, zudem gibt die Routine genau die Struktur, die beim Wochenlangem stay at home, sehr hilfreich sein kann.

Mittlerweile habe ich auch meinen eigenen Rhythmus gefunden, gespeist aus verschiedenen Quellen, in Kombination mit meinem Yogawissen, eine schöne Tagesstruktur gestaltet.

Ungefähr 30 Minuten benötige ich für diese Morgenroutine mit Zungenreinigung, der Nasendusche, Ölziehen, Einölen mit Sesamöl und dem Toilettengang. Auch das Glas warmes Wasser darf nicht fehlen.

Angenehm überrascht war ich vom Ölziehen  (für 15 Minuten Sesamöl im Mund hin und her bewegen). Anders als in den Büchern angekündigt, empfinde ich das Sesamöl im Mund nicht als unangenehm.

Neti Pot

Übrigens öle ich nur die Nase nach dem Neti (Salzwasser mit dem Neti Pot abwechselnd in ein Nasenloch hinein und aus dem anderen wieder heraus laufen lassen), die Ohren und das Gesicht etwas. Die Ganzkörpermassage, Abhyanga genannt, mache ich nur hin und wieder abends. Denn man soll nach der Ölmassage Duschen und das erledige ich in der Regel erst nach der Trainingseinheit auf dem Indoor Fahrrad.

Also gehe ich direkt zu meiner Yoga Stunde über. Momentan übe ich mit meinem Lehrer Vishva ji von Akhanda Yoga online. So praktiziere ich nicht nur selbst, sondern nehme auch viele interessante Unterrichtsideen für mich als Yogalehrerin mit.

Goldene Milch

Nach dem Yoga gibt es die Goldene Milch und meinen Frühstücks-Brei. Ich habe für mein Problem der Obst-Milch-Getreide Kombination eine Lösung gefunden. Wenn das Obst nämlich erhitzt ist, darf es wieder mit Getreide kombiniert werden. Also röste ich nun Obst, Nüsse, Samen und Haferpflocken in Ghee (geklärte Butter) an, gebe Wasser dazu und fertig!

Frühstück
indische Marmelade

Auch bin ich auf die Ayurvedische Marmelade Chyawanprash gestoßen. Sie enthält Ghee, Sesamöl, Honig und die indische Stachelbeere Amla, neben weiteren Heilkräutern. Chyawanprash soll das Immunsystem fördern, das Blut reinigen, gut für Leber, Milz und Atemorgane sein, hilft bei der Verdauung und, und, und. Auch mein Freund kennt sie aus seiner Kindheit. Indische Mütter geben ihren Kindern immer morgens einen Löffel davon.

Ich verrühre diesen Löffel voll  in meinem Brei.

Dann beginnt der Alltag. Ich versuche ihn nach den Ayurveda Zeiten zu strukturieren. Am Morgen herrscht von 6 bis 10 Uhr Kapha Zeit- eine etwas träge Zeit, aber auch gut um Dinge lange in Erinnerung zu behalten. Also studiere ich hier etwas. Zur Mittagszeit von 10 bis 14 Uhr ist Pitta vorherrschend. Jetzt kann ich eher businessorientiert arbeiten. Denn das Pitta Dosha fördert Disziplin, Struktur und Zielorientierung. Am Nachmittag schwinge ich mich in der beweglichen Vata Zeit  von 14 bis 18 Uhr auf das Rad und komme gut ins Schwitzen- ein toller Ausgleich zum ganzen Sitzen!

Die tägliche Yang Praxis in einer sehr Yin orientierten Zeit

Vor dem Abendessen mache ich Pranayama, Meditation und Spiele etwas Harmonium. Wenn sich die Schlafenzeit nähert, trinke ich meinen Triphala Tee (mittlerweile schmeckt er gar nicht mehr so scheußlich), massiere Kopfkrone, Bauchnabel und Füße mit Sesamöl und finde dann in einen tiefen Schlaf.

tägliche Meditation

Bei den Mahlzeiten versuche ich mich  nun an ein paar Regeln zu halten, bin aber auch nicht zu streng, denn unser Leben ist ja eh schon sehr eingeschränkt in diesen Tagen.

momentan wird bei uns dreimal täglich frisch gekocht

Da wir uns sowieso schon indisch ernähren und aus den Grundnahrungsmitteln unsere Mahlzeiten immer frisch zubereiten, essen wir sehr ayurvedisch. Außerdem versuche ich nun mehr Sortenrein zu Essen und mich zumindest an die drei Regeln zu halten:

Keine Bananen und anderes Obst mit Milch

Keine Reste mit frischen Essen

Keine Rohen Speisen mit gekochtem Essen.

Vor dem Essen spreche ich das Mantra für die Mahlzeiten:

Brahma Pranam Brahma Havir Brahmagnau Brahmanahutam Brahmeva Tena Gantayam Brahma Karma Samadinah Om Shanti Shanti Shanti

Ich spreche, es um mir der Mahlzeit etwas bewusster zu werden, vergesse es aber hin und wieder.

Das Mantra habe ich in einer Karma-Yoga Aktion in den letzten Tagen für mich visualisiert, in dem ich es gemalt habe.

Außerdem kaue ich etwas Ingwer mit Zitrone und Salz 15 Minuten vor dem Essen, um meine Verdauung anzuregen.

Ich trinke den ganzen Tag fast ausschließlich warmen Tee. Einmal mit Tulsi, dann mit Ingwer, ein anderes Mal mit Koriander, Kreuzkümmel, Kardamom und Fenchel. Je nachdem wozu ich Lust habe und was eben vorhanden ist.

Übrigens bin ich vor ein paar Tagen auf ein neues Video von Dr. Vasant Lad gestoßen, in dem er sich kurz zur Corona Epidemie äußert. Ich war fasziniert, dass er für diese Zeit Empfehlungen aussprach, die ich schon instinktiv umgesetzt hatte. In dem Video erklärt er, dass schon in den alten Ayurvedischen Schriften Epidemien Erwähnungen fanden und als Zeit für einen persönlichen Rückzug zu sich selbst genutzt wurden. Er empfiehlt einen strukturierten Tag mit ayurvedischen Reinigungen, Pranayama und Yoga und viel Ingwer-Tulsi-Kardamon Tee.