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Giardia Lamblia – der Parasit der den Indien Reisenden Bauchschmerzen bereitet

Als ich nach meinem einjährigen Freiwilligenaufenthalt 2011 wieder zurück nach Deutschland kehrte, machte ich gleich einen Stuhltest beim Arzt. Schon seit Wochen plagten mich Bauchkrämpfe, ständig hatte ich einen Blähbauch und Völlegefühl und mehrmals täglich musste ich auf die Toilette. Keine Symptome, die einem zwingen im Bett zu bleiben, aber unangenehm genug, um sich einmal durchchecken zu lassen, zudem ich immer schwächer wurde.  Eine Woche später erhielt ich prompt einen Brief vom Gesundheitsamt: Ich sei positiv auf den Parasiten Giardia Lamblia getestet. Dieser Parasit sei in Deutschland meldepflichtig und ich müsse mich unbedingt behandeln lassen.

Giardiasis ist so ziemlich die weit verbreitetste Darmerkrankung bei Indien Reisenden, wobei die Symptome ziemlich unterschiedlich ausfallen: Manche merken gar nichts und tragen den Einzeller als Überträger mit sich herum. Andere, so wie ich, fühlen sich einfach unwohl, haben ständig Bauschmerzen, es bläht und zwackt und nicht wenige Mal am Tag geht es zur Entleerung, wobei es sich nicht zwingend um Durchfall handeln muss.

 

Frischlingsreisende mit einem geschonten Darm trifft es oft am Härtesten: Hier ist ein übler Durchfall am Start!

Der Parasit wird fäkal-oral übertragen. Das heißt vom Stuhl über den Mund. Da reicht schon ein Händeschütteln, verunreinigtes Wasser oder ungekochtes Obst oder Gemüse und man wird zum Wirt der Gardia. Da viele Betroffene den Parasitenbefall oft nicht bemerken, werden sie zum Überträger der Krankheit.

Obst und Gemüse vor dem Verzehr entweder Schälen oder Kochen

Giardia Lamblia gibt es auf der ganzen Welt, doch besonders in Indien, wo die hygienische Lage noch nicht sehr gut ist und es oft auch keine angeschlossenen Toiletten gibt. Vorallem in der Monsunzeit ist das Risiko eines Befalls erhöht. In manchen Gegenden sind 30 % der Bevölkerung betroffen. Diese haben eine Art Resistenz gegen die Parasiten entwickelt und merken den Befall erst gar nicht.

Auch bei uns „ Untrainierten“ kann es passieren, dass wir bei guter Darmflora den Parasiten nicht bemerken und er von allein wieder verschwindet. Doch im Normalfall hilft nur die Einnahme von Antibiotika. Ansonsten kann es zu einem chronischen Reizdarm kommen.

Da Nährstoffe nicht vollständig aufgenommen werden können, kommt ständige Erschöpfung und Gewichtsverlust hinzu.

Doch eine Indienreise heißt nicht zwangsläufig, dass man mit Giardia als Mitbringsel wieder zurück nach Deutschland kehrt. Wer einige Standardregeln einhält, braucht sich um einen Befall nicht zu sorgen.

So sollte man nach dem Toilettengang und vor den Mahlzeiten immer ein Desinfektionsmittel für die Hände benutzen.

Ungeschältes oder ungekochtes Obst oder Gemüse sollte vermieden werden. Dazu gehört vor allem der Salat in Restaurants.

Auch bei Straßensnacks acht geben. Selbst wenn der Snack frittiert ist, reicht es schon aus, wenn der Standverkäufer mit ungewaschenen Händen reicht.

Auch bei dem Trinkwasser sollte acht gegeben werden: Nur verpacktes oder gefiltertes Wasser trinken. Ansonsten das Wasser abkochen und immer in Restaurants nachfragen, ob die Säfte mit Wasser gestreckt wurden.

Die Zähne sollten während der Reisezeit mit Mineralwasser geputzt werden und bei der Begrüßung untereinander ist es eh gebräuchlich, nicht die Hände zu schütteln, sondern die Hände im Namaste vor die Brust zusammen zu geben.

So sollte eine gesunde Reise glücken.

Doch wer die Symptome bei sich selbst erkennt und gerade in Indien oder in einem anderen Land gereist ist, sollte unumgänglich eine Stuhlprobe abgeben. Sonst kann Giardia einen größeren Schaden als nötig anrichten und auch einige Lebensmittelunverträglichkeiten auslösen.