Indien entwickelt sich zu einem Zukunftsmarkt für Solarenergie

Indien entwickelt sich zu einem Zukunftsmarkt für Solarenergie

Indien wird von vielen Experten als Land der Zukunft angesehen. Dies betrifft auch Investitionen in die Solarenergie. Laut dem Renewable Energy Country Attractiveness Index des Steuerberatungsnetzwerkes von Ernst & Young gilt das Land als attraktiver Markt für diese Form der erneuerbaren Energie. Das könnte zukünftig einen Schub für die Investitionen in diese nachhaltigen Anlagen bedeuten.

Immerhin handelt es sich bei Indien um die größte Demokratie der Welt. Die Regierung fährt einen unternehmensfreundlichen Kurs, das zieht naturgemäß Investoren an. Das hat zuletzt sogar die Weltbank gewürdigt. Sie stellte Indien eine ausgezeichnete Nachhaltigkeitsbilanz aus. In dem riesigen Land wächst die Nachfrage nach erneuerbarer Energie jedenfalls stark an, daher könnte diese Kombination für einen verstärkten Zuzug von ausländischen Investoren sorgen.

Nach 50 Jahren am Ziel

Die Notwendigkeit sauberer Gewinnung von Energie ist heute weltweit ins Bewusstsein vorgedrungen. Bis es so weit war, hatte der Umweltschutzgedanke jedoch einen weiten Weg zurückzulegen. Mitverantwortlich dafür war sicherlich der sogenannte Earth Day. Diese mittlerweile globale Veranstaltung ging aus Protesten in den USA hervor.

Sie findet jährlich im April statt und widmet sich regelmäßig neuen Schwerpunkten zum Thema. Vor mehr als 50 Jahren gingen Millionen von Amerikanern auf die Straße, um gegen eine Umweltreform zu protestieren, heute bewegt der Umweltschutz die Bevölkerung weltweit. Das hat auch dazu geführt, dass die Sonnenenergie als Gamechanger wahrgenommen wird. Indien scheint der perfekte Standort für den Aufbau umfangreicher Anlagen zu sein. Die Rahmenbedingungen dafür sind in Indien ideal.

Bald das bevölkerungsreichste Land der Welt?

Denn hier findet das Wachstum der Zukunft statt. Schon jetzt ist Indien gemessen an seiner Landmasse das siebtgrößte Land der Welt. Gemessen an der Bevölkerung ist Indien derzeit das zweitgrößte Land der Welt, doch Experten gehen davon aus, dass sich dies bald ändern könnte. Die Vereinten Nationen schätzen, dass das Land China in sieben Jahren als neue Nummer 1 ablösen wird.

Indien hat schon jetzt den größten Anteil an jungen Menschen in der Bevölkerung. Deren Ehrgeiz treibt die wirtschaftliche Entwicklung stetig voran. Gleichzeitig sorgt die Urbanisierung dafür, dass immer mehr Menschen in den Städten wohnen. 40 davon haben mehr als eine Million Einwohner, zwei sogar mehr als zehn Millionen. Eine davon ist die Hauptstadt Delhi. Dieser Schmelztiegel der Kulturen ist auch eines der 8 Unionsterritorien. In 30 Jahren sollen es gar 40 vergleichbare Städte sein, die sich unter die größten Metropolen der Welt einreihen.

Der Energiehunger muss gesättigt werden

Diese Entwicklung benötigt jede Menge Energie. Dann wird die Nachfrage das Angebot an Strom deutlich übersteigen, wenn die Verantwortlichen nicht gegensteuern. Immerhin ist Indien schon jetzt, nach den USA und China, der drittgrößte Stromverbraucher der Welt. Dieser ist in den Jahren zwischen 2010 und 2018 um ein Drittel angestiegen. Daher ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um die Bemühungen um die Transformation der Energiegewinnung weiter voranzutreiben.

Indien verfügt bereits seit dem Jahr 2008 über einen Aktionsplan zum Klimawandel. Zentraler Bestandteil dieses Plans ist die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Das sollen erneuerbare Energiequellen bewerkstelligen. Wenn es nach dem Plan der Verantwortlichen geht, soll unter anderem Solarenergie dies in Zukunft bewerkstelligen. Indien hat das Pariser Abkommen zum Klimaschutz unterzeichnet und sich damit verpflichtet seine Emissionswerte bis 2030, um ein Drittel gegenüber dem Jahr 2005 zu senken. Gleichzeitig soll der Anteil der Stromkapazitäten aus nicht-fossilen Brennstoffen bis dahin einen Wert von 40 Prozent erreichen.

Eine weitere Treibkraft ist die Wirtschaftlichkeit. Die Kohlereserven des Landes liegen in Ost- und Zentralindien, die urbanen Zentren jedoch im Nordwesten. Aktuell macht die installierte Energieerzeugung erneuerbarer Energien bereits 35 Prozent in Indien aus. Das ist nicht überraschend, schließlich gilt Solarstrom in Indien als deutlich günstiger, als Strom aus Kohle. Das macht sich das Land zunutze. Gleichzeitig verfügt Indien über die viertgrößte Kapazität an Windenergie weltweit. Bis zum Jahr 2022 möchte man weitere 175 Gigawatt aus erneuerbarer Energie installieren. Den Löwenanteil von fast zwei Dritteln soll die Sonnenenergie einnehmen.

Damit möchte man von der hohen Sonneneinstrahlung, die im Nordwesten und im Süden besteht, profitieren. Da hier die Werte deutlich höher als beispielsweise in Europa sind, wächst auch die Rendite dieser Sonnenkraftanlagen. Dieser natürliche Vorteil soll in den nächsten Jahren intensiv genutzt werden. Schon bisher konnte man in Indien seine Ziele beim Ausbau von Solarenergie vorzeitig erreichen. Das hat zu einer erheblichen Dynamik geführt. Es ist daher kein Wunder, dass viele Experten Indien als den Zukunftsmarkt für Solarenergie betrachten.

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