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Das Business des kleinen Mannes und ein Samosa Rezept

In Indien ist fast ein jeder Geschäftsmann. Sei es der Gemüseverkäufer, der Schuhputzer oder der Schneider. Fast jeder führt sein eigenes kleines Unternehmen. Meistens wird das „Geschäft“ Tag ein Tag aus auf der Straße auf- und abgebaut oder man hat eine kleine Garage mit einem Schiebegitter davor.

Morgens werden dann die nötigen Utensilien und Waren wie Körbe voller Gemüse, Stoffe, Schuhsolen, Schnürsenkel und Nähmaschinen am Rande und teilweise auch auf die Straße aufgebaut um dann mit dem Tagesgeschäft zu beginnen.

So ein Geschäftsmann ist auch Mr. Satkar gemeinsam mit seiner Frau als Hilfe und den einzigen Angestellten…. Führt er den kleinen indischen Süßigkeiten- und Snackladen „ Satkar Sweets and Fast Food“ in einem kleinen Geschäftsviertel in Shimla. Dafür stellt sein angestellter Morgens drei Tische und 10 Stühle nach draußen und dann geht es ab an die Arbeit und es wird geschmolzen, geknetet, gebacken und gekocht.

Richtig stressig wird es scheinbar dabei nie. Mit indischer Ruhe und Gelassenheit wird auch die Arbeit hier eben nacheinander getan.

Die Betonung des Titels liegt hier wirklich auf KLEIN. Denn man muss wissen, dass in diesem kleinen Geschäftsviertel fast alle 50 m ein solcher Laden geführt wird um die Geschäftsmänner- und Frauen täglich mit Snacks, Süßem und einem Mittagessen zu versorgen.

Die Konkurrenz ist also groß und man ist auf seine Stammkunden angewiesen. Um diese zu halten setzt Mr. Satkar nicht nur auf Qualität, sondern auch auf eine gute Beziehung.

So wird einem nicht selten beim vorbei kommen, eine frisch zubereitete Süßigkeit zugesteckt oder zum Mittagessen eine zusätzliche Portion Reis serviert.

Denn neben den salzigen und süßen Leckereien, bereitet Mr. Satkar für die umliegenden Ladenbesitzer und Angestellten ein täglich wechselndes Mittagessen zu.

Um die 15 bis 18 Mahlzeiten bestehend aus Reis, Linsen und einer Joghurtsauce gibt er täglich aus.

Das Mittagessen ist einfach, aber gut und vorallem günstig. Nicht mehr als 30 Rupien (ca. 40 cent) bezahlt man für eine Portion.

Doch den eigentlichen Zulauf bekommt Mr. Satkars wegen seiner Süßigkeiten.Denn er macht wirklich die Besten und das spricht sich herum- auch über die Grenzen des Geschäftsviertels hinaus. Rund dreizehn verschiedene Arten bereitet er immer wieder frisch zu. Die Quantität ist nie sehr groß, sodass man schnell sein muss um ein Stück seiner frischen Leckereien zu erstehen. Dabei fällt einem die Entscheidung gar nicht so leicht, denn seine Laddus (süße Bälle), Barfi (eingekochte Milchwürfel), Besan (aus Linsenmehl) und Gulab Jamun (Bälle in Rosenwasser eingelegt) sind alle köstlich.

Dazu gibt es dann eine Tasse indischen Chai und der Zuckerspiegel ist wieder auf einem Level, bei dem produktiv gearbeitet werden kann. Mr. Satkar verkauft übrigens um die 50 Tee am Tag.

Auch nimmt er Bestellungen für Festlichkeiten und Hochzeiten auf. Besonders beschäftigt ist er vor großen indischen Feiertagen.

Das eigentlich Highlight aus Mr. Satkars Angebot sind aber seine Samosa.

Samosa ist der indische Snack überhaupt. Die gebackenen Teigtaschen mit Kartoffelfüllung gibt es vor allem in Shimla an jeder Straßenecke. Mit einem Chutney aus Minze und Koriander oder süßer Tamerinde sind die noch warmen knusprigen und würzigen Samosas ein wahrer Genuss.

Doch eine Samosa ist nicht gleich eine Samosa: So manch eine Samosa ist zu würzig, zu Ölig, zu klein, zu nüchtern… Auf die richtige Menge der richtigen Zutaten mit der dazu richtigen Zubereitung- darauf kommt es an. Und wie es scheint, hat Mr. Satkar sein Geheimrezept perfektioniert.

In den letzten zwei Monaten in denen ich Mr. Satkars Laden kenne, hatte ich wohl mehr Samosa als in meinen letzten acht Jahren in Indien zusammen. Es ist einfach gar zu schwer, diesen knusprigen Stücken zu wiederstehen und an so manch einem Tag, mache ich mich extra auf den Weg , um mir am Nachmittag eine Samosa zu gönnen. Führ 10 Rupien (15 cent)  das Stück kann man gleich dazu seine Freunde mitbringen und einen Tee nebenher trinken.

Wer nun in Deutschland sitzt und diesen Bericht liest und am liebsten in eine warme Samosa beißen möchte,  für denjenigen habe ich hier das Rezept:

Samosa Teig

  • 2 Tassen Mehl
  • 2 EL Öl
  • 1/4 TL Salz
  • 1/2 Tasse Wasser + und einige EL extra

Samosa Füllung

  • 2 EL Öl
  • 1 TL Koriander Samen
  • 1/2 TL Kreuzkümmel Samen
  • 1 EL frische Ingwerpaste
  • 1 EL frische Knoblaupaste
  • 1 TL rote Chili Flocken
  • 2 TL gemahlener Koriander
  • 3/4 TL gemahlener Kurkuma
  • 2 große Kartoffeln, gekocht, geschält und grob gequetscht
  • 1- 2 TL Salz

Zubereitung

Samosa Teig:

  • aus den Zutaten einen glatten Teig kneten

Samosa Füllung: 

  • das Öl erhitzen und die Koriander und Kreuzkümmel Samen im Öl rösten
  • die Ingwer- und Knoblauchpaste hinzu fügen
  • nun die restlichen Gewürze und Kartoffelmasse in das Öl geben
  • alles gut zu einer einheitlichen Masse vermengen
  • die Kartoffelmasse zur Seite stellen und abkühlen lassen

Falten der Samosa: 

  • Limetten große Bälle Formen und mit Mehl bestäuben
  • Die Bälle platt drücken und zu 1 mm dicken scheiben ausrollen
  • den ausgerollten Teig in der Mitte halbieren und zu einer Tüte rollen, die beiden Enden mit etwas Wasser zusammen kleben
  • mit 1 1/2 EL Kartoffel Masse füllen und von oben verschließen

 

Samosa frittieren: 

  • einen Topf mit etwa 10 cm Öl füllen und erhitzen
  • Teste mit etwas rohem Teig, ob das Öl blubbert und der Teig oben schwimmt, dann ist die Hitze gut
  • Die Samosa in das Öl geben und die Hitze reduzieren
  • Die Samosa auf niedriger Hitze goldbraun frittieren
  • Die Samosa aus dem Öl nehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
  • Mit leckerem Chutney am besten warm verspeisen