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Tourismus als Wirtschaftsfaktor in Indien

Pro Jahr verbringen um die 6 Millionen Menschen ihren Urlaub in Indien. 140.000 Urlauber sind Deutsche. Im Vergleich: Nach Thailand fliegen pro Jahr um die 12 Millionen Menschen, in Malaysia sind es um die 25 Millionen Touristen. Der indische Tourismus macht gerade einmal 1 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts aus – in Thailand sind es etwa um die 7 Prozent. Doch befasst man sich mit den letzten Jahren und sieht sich die Entwicklung wie auch die Prognosen an, so spielt der Tourismus eine immer größer werdende Rolle für die Inder. Auch wenn Thailand oder Malaysia noch die Nase vorne haben, so darf nicht außer Acht gelassen werden, dass sich Indien bereits auf der Überholspur befindet.

Von Platz 53 auf 38 – Indien wird immer beliebter

Nachdem Indien unabhängig wurde, hat die Regierung keinerlei Initiativen gesetzt, um Touristen ins Land zu holen. Vier Jahrzehnte hat es schlussendlich gedauert, als zu Beginn der 1990er erstmals der Versuch gestartet wurde, Indien als Urlaubsland zu verkaufen. 2002 rief die indische Regierung die „Incredible!ndia“-Kampagne ins Leben. Seit diesem Zeitpunkt kommen auch Menschen aus aller Welt nach Indien: Zwischen 2003 und 2011 stieg die Zahl der Touristen um 11 Prozent – im Ranking der meistbesuchten Reiseländer kletterte Indien im selben Zeitraum von Platz 53 auf den 38. Platz.

Immer beliebter werden auch Andamanen-Inseln, die mitten im Ozean zwischen Thailand und Indien liegen. Dabei handelt es sich um verschlafene Orte – von den 204 Inseln sind gerade einmal vierzig Inseln bewohnt. Hier leben um die 350.000 Menschen. Rund ein Drittel lebt in Port Blair, der Hauptstadt. Vor wenigen Jahren waren es nur wenige Individualtouristen, die hier ihren Urlaub verbrachten – seit die indische Wirtschaft jedoch wächst und eine immer wohlhabendere Mittelschicht entstanden ist, sind auch viele Inder auf den Geschmack gekommen und verbringen hier ihren Urlaub. Die Andamanen sind für viele das absolute Traumziel geworden – vor allem für Paare, die einen Ort für ihre Hochzeitsreise suchen; aber auch jene, die durch Investments stattliche Gewinne lukrieren konnten, verbringen gerne ihren Urlaub auf den paradiesischen Inseln.

Somit ist es auch keine große Überraschung, dass in den letzten zehn Jahren die Zahl der Touristen in die Höhe geschossen ist. Heute sind viele der Besucher Pauschaltouristen. Wohl auch, weil rund um die Inseln eines der schönsten Tauchgebiete der Welt ist. Hier darf man sich auf bunte Tropenfische, Rochen, Riffhaie oder auch auf Seeschlangen freuen. Wer Glück hat, der sieht auch ein paar Delfine oder Gabelschwanzseekühe (Dugongs)

Ureinwohner haben „keine Lust“ auf Touristen

Die Mitte und auch der Norden der Inseln sind bislang nicht touristisch erschlossen. Es wird jedoch nur noch eine Frage der Zeit sein, bis auch hier die Pauschaltouristen ankommen werden. Schlussendlich gibt es endlose Strände, zahlreiche Trekkingrouten, Kalksteinhöhlen und auch Mangrovenwälder. Aber die Tatsache, dass immer mehr Menschen die Inseln besuchen und mitunter noch nicht erschlossene Gebiete für die Touristen „fit gemacht werden“ sollen, bringt natürlich auch ein kulturelles Risiko mit sich. Schlussendlich wohnen hier noch immer Ureinwohner, die klassische Jäger und auch Sammler sind und keinerlei Lust haben, mit Touristen Kontakt aufzunehmen. Eindringlinge werden als Feinde gesehen und mit Pfeil und Bogen bedroht. Auch indische Behördenvertreter werden immer wieder von den Ureinwohnern verjagt.