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Ruhetag, was tun?

Ruhetag am Tsomoriri See während des zwölftägigen Kibber- Rumtse Trek

Ruhetag am Tsomoriri See während des zwölftägigen Kibber- Rumtse Trek

Tagelanges Trekken bedeutet frühes aufstehen, 7-8 Stunden tägliches Trekken, am Nachmittag die Etappe erreichen. Dann Zelt aufbauen, kurze Katzenwäsche, Umziehen, Essen und Schlafen.
Da kommt einem ein Ruhetag bei längeren Touren gerade recht. Je näher er kommt, desto mehr wird er herbeigesehnt und alle machen Pläne für den Tag Pause. Und tatsächlich macht der freie Tag Sinn: Kräfte werden regeneriert, Schmutzwäsche wird gewaschen und der eigenen Körperpflege nachgegangen.
Doch ein Bad mit kaltem Wasser dauert auch nicht ewig und so viel Kleidung hat man auf einem Trek ja auch nicht dabei um stundenlang zu waschen.
Ansonsten gibt es im Camp nicht viel zutun: kein Internet, kein Fernsehen,nichts das unbedingt erledigt werden muss. Es bleibt die Gesellschaft der Anderen, wenn man Glück hat ein Buch, regelmäßige Mahlzeiten und ansonsten… nichts…au?er Schlaf. Den möchte man aber lieber vermeiden um nicht nachts Schlaflos sich im Schlafsack zu welzen.
Ich befinde mich in dieser Minute selbst an einem solchen Ruhetag. Vier Tage intensives Trekking ist rum. Ich bin erschöpft, empfinde diesen Tag des nichts tun jedoch als sehr ungewohnt. Monatelange intensive Arbeit, bei der ich von einem Ort zum anderen zog und kaum eine Stunde für mich selbst zeit hatte, liegen hinter mir. Oft mussten verschiedenste Dinge parallel erledigt werden. Nun bin ich es nicht gewohnt, nichts tun zu müssen und sogar nichts tun zu KÖNNEN. Gerade nutze ich den letzten Akku meines Smartphones um doch etwas sinnvolles tun zu können und wenigstens diesen Artikel tippen zu können..Irgendwie traurig. Doch ein Tag mit 24 Stunden mitten im nirgendwo kann lang sein.
Vor allem ohne etwas zu lesen und Gesellschaft. ( wir sind mit ein Truppe Inder unterwegs).
Auf der einen Seite genieße ich es, für mich alleine zu sein und keine Verantwortung für jemanden zu haben. Der Morgen war schön mit einem kühlen Bad, Yoga und Frühstück. Doch seitdem muss ich acht geben, dass meine Nickerchen nicht nur durch die nächste Mahlzeit unterbrochen werden.
Wir sehnen uns immer so sehr nach Erholung und weniger Arbeit. Doch sind wir wirklich noch in der Lage, einfach einmal nichts zutun?
Mir selbst fällt es schwer. Da sind meine indischen Begleiter eindeutig besser als ich. Doch ich gebe mir Mühe und werde es jetzt einfach nur genießen, mit den Anderen zu sitzen und Tee zu trinken.