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Raus aus aus der Komfortzone- Hinein ins Abenteuer

Wie Trekkingtouren und Bergsteigerexpeditionen dazu helfen einen Lernprozess zu generieren

Leben im Zelt

Leben im Zelt

Wenn wir unseren normalen Alltag einmal genauer Betrachten, können die meisten von uns feststellen, dass sich unser Verhalten täglich im gleichen Rhythmus wiederholt: Wir stehen auf, Frühstücken das gewohnte, gehen zur Arbeit. Nach der Arbeit geht es noch zum Fitness Studio, bevor die Wäsche in die Maschine geworfen wird und während der Nachrichten  ein Abendbrot eingenommen wird.

Wir bewegen uns nicht nur täglich in den gleichen Bahnen, sondern unser Lebensstandard in Deutschland ist so hoch, dass Arbeiten, die einst Stunden eingenommen haben nun entweder von Maschinen oder Dienstleitern verrichtet werden um uns ein so angenehm wie mögliches Leben zu ermöglichen:

Die Zimmertemperatur ist unabhängig von den äußerlichen Witterung auf angenehme 22° C geregelt, der Cappuccino kommt innerhalb einer halben Minute aus der Maschine, die Zeitung wird auf dem Smartphone gelesen, die Wäsche und das Geschirr machen die Maschinen…

Fast schon wird unser alltägliches Leben zu bequem. So bequem sogar, dass wir vergessen es Wert zuschätzen und Lernprozesse durch Erfahrungen ausbleiben.

Wir sind gemütlich geworden und begeben uns nicht mehr nach draußen, wo Situationen auf uns warten, die wir nicht kennen.

Zugegeben, schon allein bei einer Reise nach Indien, geraten fasst alle von uns aus ihrer Komfortzone! Hier ist alles anders: Kultur, Essen, Gerüche, Unterkünfte, Transportmöglichkeiten, Menschen.

Noch einen Schritt weiter geht es, wenn man sich auf ein Abenteuer in den Bergen begibt.

Ich lebe schon seid vielen Jahren in Indien und auch Trekkingtouren in den Bergen bringen mich meist aus meiner Komfortzone nicht mehr heraus. Ganz im gegenteil. Für mich lebt es sich leicht in Indien: Essen und Transport ist günstig und kleine Trekkingtouren bedeutet für mich Bewegung an frischer Luft mit viel Sonne, netten Menschen und gutem Essen.

Natürlich weiß ich, dass das für viele nicht so ist und ich möchte eine Indienreise und Trekkingtouren auch nicht herunterspielen. Ganz im Gegenteil: Ich möchte alle Menschen dazu motivieren hierher zu kommen um den indischen Himalaya in Form eines Treks kennen zulernen.

Ich möchte von meinem letzten Abenteuer berichten, bei dem ich stark und heftig aus meiner Komfortzone gerissen wurde.

Während der Bergsteiger Expedition auf den Deo Tibba auf 6001 m, stieß ich nicht nur auf körperliche, sondern auch auf physische Grenzen. Ich lernte Prioritäten zu setzen, indem ich zunächst meine Grundbedürfnisse nach Wärme, Nahrung und Schlaf befriedigen musste.

Im Küchenzelt hielten wir uns warm und beschäftigt

Im Küchenzelt hielten wir uns warm und beschäftigt

Für mich ist es ein unglaubliches Gefühl, wenn es nichts wichtigeres gibt, als zu überleben. „Überleben“ hört sich natürlich drastisch an. Was ich meine ist, dass plötzlich Smartphone, exclusives Essen oder eine gut duftende Tagescreme keine Rolle mehr spielen.Während der Expedition war ich nicht wählerisch: einfacher Reis mit Linsen machte mich glücklich, ebenso wie ein paar Sonnenstrahlen, die meine durchgeschwitzte Kleidung trockneten und mich wärmten!

Tagelang sah ich im Schnee kein grün, hörte keinen Vogelgesang und nahm keine anderen Getränke außer Wasser und Tee zu mir. Die Getränke mussten in stundenlanger Arbeit aus Schnee geschmolzen werden. Einfach den Wasserhahn aufdrehen, ging hier nicht!

Eisschmelzen um Flüssigkeit zu gewinnen

Eisschmelzen um Flüssigkeit zu gewinnen

Umso mehr genoss ich es, als wir nach 10 tagen wieder abstiegen. Plötzlich nahm ich die kleinen bunten Blümchen, den Duft der Nadelbäume und das zwitschern der Vögel viel intensiver wahr und erfreute mich an meinen Sinneseindrücken.

Auf unserer Rückkehr: Blumen erfreuen uns. Plötzlich nehmen wir alles ganz besonders mit unseren Sinnen wahr!

Auf unserer Rückkehr: Blumen erfreuen uns. Plötzlich nehmen wir alles ganz besonders mit unseren Sinnen wahr!

Nach einer so langen und intensiven Zeit ohne jegliche Form von Annehmlichkeiten, lernt man einfache Dinge, wie eine heiße Dusche, eine weiche Matratze und saubere Kleidung viel mehr wert zuschätzen.

Als ich wieder zurück kam, viel mir auf, wie bequem wir Menschen geworden sind. Alles fliegt uns zu, ist einfach da und wir schätzen es nicht einmal wert, dass wir es haben!

Während meiner langen Nächte im Zelt, hoch oben, auf über 4500 Meter, stellte ich mir zum einschlafen oft die Wohnung meiner Großeltern vor. Ich fantasierte wie meine Oma mir ein leckeres Frühstück servierte , oder ich in ihrem garten lag und Erdbeben naschte. Wie gut es uns doch geht!

Die Expedition war natürlich ein riesen großes Erlebnis! Gerade weil ich an meine Grenzen stieß! Es tut unglaublich gut, zu lernen, mit wenig zurechtzukommen und Leistung zu erbringen um ein Ziel zu erreichen! Nicht nur, dass ich meinen ersten Sechstausender erklommen habe, auch haben ich Freunde fürs Leben gefunden, ein tolles Abenteuer mit den schönsten Aussichten der Welt erlebt und schätzen gelernt, dass es mir doch wirklich gut geht!

Es ist ein überweltigendes Gefühl endlich oben zu stehen! Der Blick auf die schneebedeckte Himalaya landschaft ist einmahlig

Es ist ein überweltigendes Gefühl endlich oben zu stehen! Der Blick auf die schneebedeckte Himalaya landschaft ist einmahlig