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Hanuman Tibba: Besteigung eines Gipfels

Die letzten Tage des Abenteuers

Tag 5 Über Gletscher und Moränen

Wir erwachten im strahlenden Sonnenschein und wir wurden noch immer von den mächtigen Gipfel des Hanuman Tibbas überagt!

Während des Frühstücks saß ich ihm genau gegenüber und konnte noch immer nicht fassen, dass wir schon übermorgen auf seiner Spitze stehen würden.

Wieder wurden die Sachen zusammen gepackt und dieses Mal wurden die Essration genau für Zwei Tage abgemessen, den Rest ließen wir im Camp.

Ich war froh darum, dass es heute ein Trekkingtag ohne Klettern werden würde! Der gestrige Tag hatte mich physisch und psychisch angestrengt und ich freute mich auf´s normale „gehen“. Heute sollte es erst den sanften Raigard Gletscher hinab gehen und später dann um den Hanuman Tibba herum und etwas bergauf zum Gipfel Camp. Eigentlich ganz einfach, dachte ich mir. Doch wie sehr ich mich geirrt hatte! Schon kurz nach dem Start stellte ich fest, dass es über eine Geröll-Moräne ging voller kleiner und größerer Felsbrocken. Auf denen mussten wir Balancieren, hin und her springen und dass alles mit unserem schweren Gepäck und in den Steifen Kletterschuhen! Für mich eine immense Herausforderung, hatte ich doch sowieso eine sehr dürftige Balance! Ich hing mehr und mehr zurück und je größer die Felsen wurden, desto größer waren auch meine Probleme. Schon bald musste ich mich auf Händen und Füßen fortbewegen und kam nur sehr langsam vorwärts. Die andere mussten ständig auf mich warten und ich wusste einfach nicht, wie ich schneller sein konnte!

Über den Raigard Gletscher

Über den Raigard Gletscher

Ganz auf mich konzentriert, bemerkte ich nicht, was da eigentlich im Kopf unseres Kunden vor sich ging. Nach Zwei Stunden Marsch kam eine ernste Stimmung auf und es wurde nach unserem Guide gerufen. Ich machte mir schon Vorwürfe, da ich dachte, ich sei zu langsam und es ginge um mich. Doch nein, unser Kunde wollte nicht mehr weiter! Er hatte Heimweh, das Schlafen im Zelt sei ihm zu ungemütlich, er möchte umkehren! WAS? Ich konnte kaum glauben, was ich da hörte! Wir hatten perfekte Bedingungen für die Gipfelbesteigung am nächsten Tag: alle waren Gesund, keine Höhenkrankheit, tolles Wetter. Doch nein, der Kunde ist natürlich König, also drehten wir um.

Der Marsch zurück zum Camp, war einer der härtesten, dich ich je tat. Ich konnte es einfach nicht fassen, wir waren dem Gipfel so nahe. Hinzu kamen natürlich meine noch immer andauernden Probleme über die Moräne. Erschöpft und Fassungslos erreichten wir unser Camp. Während der Wanderung zurück, musste ich mir allerdings eingestehen, dass ich ein tolles Erlebnis bis jetzt hatte, ohne vorher jemals eine Bergsteiger-Erfahrung gehabt zu haben. Hinzu kam, dass diese Moräne mir mehr Schwierigkeiten bereitete,  als sie eigentlich sollte. Zugegeben: Für mich war es eine ausreichende Erfahrung. Und dennoch, der Gipfel war so nah!

Tag 6 Rückkehr

Da unser Kunde nur noch ein Bett, eine Dusche und gutes Essen wollte, legten wir am sechsten Tag einen Gewaltmarsch hin: Bis ganz zurück nach Manali schafften wir es, gerade noch rechtzeitig vor der Dunkelheit!

Für mich war es wieder ein sehr lehrreicher und anstrengender Tag: Diesmal seilten wir uns vom Tentu Pass zum Camp 1 ab. Wieder war ich begeistert über das technische können meiner Begleiter. Gleichzeitig war ich doch auch angespannt und ich merkte beim hinabsteigen zu Fuß später, wie erschöpft ich vom Konzentrieren war. Vom Camp 1 ging es noch etwa fünf Stunden zu Fuß den ganzen Weg herunter, bis uns ein Fahrzeug abholte.

 

Während des langen Abstiegs mit vollem Gepäck

Während des langen Abstiegs mit vollem Gepäck

Was für ein Tag! Heute hätten wir eigentlich den Gipfel besteigen sollen und nun waren wir stattdessen wieder in Manli angekommen.

Trotzdem waren alle einigermaßen guter Laune und wir ließen die, vor allem für mich, ereignisreichen Tage mit einer kleinen Dinner-Party ausklingen!