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Ich kann’s einfach nicht lassen!

Eine weitere Bergbesteigung

Kanamo Gipfel Spiti

Krankheitsbedingt viel leider unser geplanter siebentägiger Trek über den Parangla Pass (5600 m) vom Spiti Tal nach Ladakh aus!

Der Trek sollte vom 4200 Meter hohen Dorf Kibber starten, doch unsere Gäste fühlten sich leider mit Fieber und Erkältung einfach nicht wohl und Fit und entschieden sich, lieber direkt per Auto nach Leh zufahren.

Das Dorf Kibber- im Hintergrund der Kanamo Gipfel

Das Dorf Kibber- im Hintergrund der Kanamo Gipfel

Das war natürlich für alle Beteiligten sehr bedauerlich, doch zu so einem Trek, kann und darf man niemanden zwingen, sodass wir uns schweren Herzens von den beiden Erkrankten im Spiti-Tal verabschieden mussten und ihnen einen “ schnellen“ Transport nach Leh organisierten.

Doch mein Trekking-Guide Jogi und ich waren nun einmal schon in Kibber. (Pferdemann, Koch und Helfer mussten wir leider auch zurückschicken!). Der Weg zurück vom Spiti Tal nach Manali ist mit 200 Kilometern zwar nicht wirklich weit, doch dauert, aufgrund von schlecht ausgebauten Straßen, hohen Pässen und widrigen Bedingungen schon mindestens seine Achtstunden!

Irgendwie reizte es uns nicht sosehr, sofort wieder den Rückweg anzutreten, zumal wir wahrscheinlich den “ Local-Bus“ nehmen würden müssen!

Also entschieden wir uns, die Gastfreundschaft unserer Homestay-Besitzer noch ein wenig weiter zunutzen(mehr zu unserem Aufenthalt im Dorf Kibber gibt es in meinem nächsten Artikel zulesen) und planten zudem einen kurzen zweitägigen Trip auf den 5964 Meter hohen Kanamo Gipfel. Kanamo bedeutet übersetzt “ Weiße Lady“ und tatsächlich ist die Rückseite des Berges von einer dicken Gletscherschicht überzogen. Doch von der Vorderseite ist der Gipfel eher schwarz.

Auf dem Weg zum BAsecamp- wir machten die Tour allerdings ohne Lastesel

Auf dem Weg zum BAsecamp- wir machten die Tour allerdings ohne Lastesel

Der Gipfel, ist zwar nicht technisch, doch ziemlich hoch, womit der Aufstieg bis zum Gipfel doch recht anstrengend ist!

Vom Dorf Kibber aus benötigt man für den An- und Aufstieg im akklimatisiertem Zustand nur zwei Tage, Einheimische schaffen es sogar in nur einem Tag!

Jogi und ich waren natürlich total begeistert von der Idee, schnell einmal da hochzugehen! Mich wunderte es auch, dass ich vorher noch nie etwas von diesem Berg gehört hatte, ist er doch aufgrund seiner „Einfachheit“ ein sehr beliebter Trekking Gipfel!

Am frühen Nachmittag starteten Jogi und ich im Alleingang Richtung Basecamp. Die Einheimischen betrachteten uns etwas zweifelnd, als wir so spät und ohne Lastesel uns aufmachten. Doch wir hatten keine bedenken, schließlich waren wir es gewöhnt, unser Gepäck selbst zutragen. Zwar unterschätzten wir den Berg nicht, doch war vorallem Jogi ein erfahrener Bergsteiger und gemeinsam hatten wir schon einige anspruchsvollere Gipfel bestiegen.

Auf dem Weg zum Base Camp

Auf dem Weg zum Base Camp

Von unserem Homestay Koch wurden wir mit tibetischem Brot, dicken Pfannkuchen, gekochten Eiern, Gemüse und Sanddornmarmelade ausgestattet. Sanddorn wächst nämlich nicht nur auf dem heimatlichen Brandenburger Sandboden, sondern auch auf 3500 Meter im indischen Spiti Tal!

Hier wegst auch der Sanddorn

Hier wegst auch der Sanddorn

Der buddhistische Besitzer, teilte mir noch mit, dass diese Marmelade, nur höchst spirituelle buddhistische Lamas (Mönche) essen würden! Na dann kann ja nichts mehr schief gehen!

Wir begannen also mit dem Aufstieg und es ging tatsächlich schnurstracks bergan. Irgendwie mussten ja die knapp 2000 Höhenmeter in zwei Tagen überwunden werden! Auch die Höhe war deutlich spürbar, doch wir waren akklimatisiert und liefen ohne Pause. Tatsächlich nahmen wir einen kleinen Umweg um einen Hügel herum. Das merkten wir, als wir das Basecamp deutlich weiter unter uns sahen. Hhmnn, zum Absteigen hatten wir keine Lust, denn morgen würden wir ja schließlich alles wieder hinauf müssen! Also suchten wir uns eine Wasserstelle und gruben einen flachen Platz für unser Zelt aus. Sehr abenteuerlich, aber es machte Spaß, so auf eigene Faust, seinen eigenes Basislager zuerrichten.

Unser Base Camp

Unser Base Camp

Während Jogi dann ein Nickerchen hielt, spielte ich mit mir selbst Karten. Das Abendessen bestand aus tibetischem Brot mit Ei und Gemüse und relativ zeitig huschten wir dann auch schon in unsere Schlafsäcke. Denn wir planten früh zustarten und stellten den Alarm auf 4 Uhr morgens.

Nun gut, irgendwie klingelte der Wecker nicht und wir wachten erst um 5:30 Uhr auf. Hups. Zügig machten wir uns fertig und starteten dann tatsächlich nur 25 Minuten später. Ich war überrascht, dass unser Wasserloch zugefroren war, kalt kam mir die Nacht im Schlafsack eigentlich gar nicht vor!

Wir hatten Glück mit dem Wetter, denn es war klar, die letzten Tage war es ständig bewölkt gewesen und hatte sogar geschneit!

Perfektes Wetter mit toller Sicht

Perfektes Wetter mit toller Sicht

Wir waren noch im Schatten des Berges und es war nun doch ordentlich kalt. trotz Handschuhe, taten mir die Hände vor kälte weh.

Es wurde ziemlich steil und immer langsamer stiegen wir Richtung Gipfel. Nach dem ersten steilen Stück wurde es etwas flacher, doch dass letzte Stück war dann wieder richtig steil und es war gar nicht so einfach, auf dem losen Geröll einen festen tritt zufinden.

Nun setzte mir die Kälte und vorallem der immer heftig werdende Wind richtig zu! Auch die Höhe war in Gipfelnähe deutlich spürbar. Zwischen meinen Schritten, brauchte ich immer längere Erholungspausen! Erst waren es noch 200 Schritte, die ich hintereinander setzten konnte, irgendwann wurden es nur noch vierzig! Doch dann tauchten plötzlich die im Wind wehenden tibetischen Gebetsfahnen auf, die den Gipfel markierten!

Welch ein Gefühl!

Welch ein Gefühl!

Jaaaahhh!!! Wir hatten es geschafft! Gemeinsam haben wir unseren Gipfel Nummer Vier erreicht!

Ach, aber es war so, so kalt hier. Der Kanamo Gipfel war mit Sicherheit mein einfachster Berg gewesen, aber auch der kälteste. Hier oben, dem Wind ausgesetzt, waren es bestimmt zwischen -10 und -20 C°!!

Lange konnten wir uns also nicht aufhalten, sondern knipsten mit unseren tauben Fingern noch ein paar Fotos und machten uns nach 10 Minuten auch schon wieder an dem Abstieg!

Eine tolle Aussicht

Eine tolle Aussicht

Drei Stunden hoch, für nur 10 Minuten! Aber es hatte sich gelohnt. Der Abstieg ging deutlich schneller. An einem Windgeschützten Plätzchen, aßen wir etwas Pfannkuchen und stiegen dann rasch weiter ab ins Camp!

Hier stand erst einmal Erholung auf dem Programm. Nach einem Frühstück lagen wir einfach für 1-2 Stunden in der Sonne und freuten uns über unseren Gipfeltag!

Erholung am Camp

Erholung am Camp

Dann bauten wir unser kleines Camp ab und stiegen weiter hinab bis nach Kibber zu unserem kleinen Homestay!

Was für ein schönes, kleines Abenteuer hier im Spiti Tal!

Wer übrigens auch Lust hat, mal einen hohen Berg zubesteigen, aber über wenig technische Kenntnisse verfügt, für dem ist dieser Kanamo Gipfel genau das Richtige!!

Ich plane Gerade eine Drei-Täler Tour durch Himachal Pradesh, mit dem viertägigen Hamta Pass Trek als Einstieg, dann etwas kulturelles Sightseeing im Spiti Tal mit anschließender Besteigung auf den Kanamo. Danach geht es weiter per Auto zum schönen Chandratal See und per Trek in drei Tagen zum Baralacha Pass (4880 Meter) im Lahaul Tal!

Eine schöne Trekkingreise durch Himachal Pradesh, mit etwas Kultur und einem Berg! Eine schöne Reise, vorallem in der Monsunzeit!