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Eine Flugreise die ist Lustig….

… und eigentlich auch doch ganz schön, selbst wenn sie 29 Stunden dauert :)!

Aufgrund von Umbuchungen und nur halbwegs gelungener Teamarbeit meiner Mutter und mir, als wir versuchten einen Rückflug für mich umzubuchen und dabei nur über Telefon (ich in Indien, sie in Deutschland) in Verbindung standen, kam es dazu, dass mir nun eine 29 Stunden lange Flugreise von Berlin Schönefeld über Moskau nach Delhi vorsteht.

Ich am Flughafen

Ich am Flughafen beim Artikel schreiben

Ursprünglich hatte ich mich darüber geärgert. Der Verärgerung ist Ergebenheit gewichen und nun, da ich im Sicherheitsbereich des Schönefelder Flughafens ganz entspannt mit einem schönen Buch und einem gutem Latte Machiatto sitze, bin ich sogar dankbar über diese lange Reise.

Ursprünglich hätte ich am Moskauer Flughafen 16 Stunden Aufenthalt gehabt, von morgens vier Uhr bis zum Anschlussflug, der um 19 Uhr starten wird.

Aufgrund schlechten Wetters startet der Flieger von Berlin  aber mit 2 ½ Stunden Verspätung: Anstelle von 23.10 Uhr , beträgt die voraussichtliche Abflugzeit nun 1:30 Uhr. Macht mir aber nichts, da es mir ja egal sein kann, auf welchem Flughafen ich herumsitze und nun teilt sich die lange Wartezeit wenigstens auf. Glück gehabt, dass mein Anschlussflug so spät ist. Haha.

Und tatsächlich bin ich jetzt, da ich im Sicherheitsbereich angekommen bin, völlig entspannt. So entspannt, bin ich die gesamte letzte Woche nicht gewesen mit dem Rund-Um-die Uhr- Vortrags-Packen-Verabschiedungs-Stress.

Fast ähnelt es der progressiven Muskelentspannung: Bis zum Check In mit Gepäckaufgabe bin ich immer ziemlich gestresst. Dieser Stress ist leider auch berechtigt, nehme ich doch oft auf meinen Reisen zurück nach Indien viel zu viel und sehr spezielles Reisegepäck mit, sodass das Einchecken immer zu einer aufregenden Angelegenheit wird.

So versuchte ich das eine Mal, zwei Kletterseile mit in das Handgepäck zu nehmen, musste dann Vorort alles noch einmal umpacken, da Seile als gefährlich eingestuft sind und ausschließlich in das auf zugebene Gepäck gehören. Das andere Mal durfte ich zwar 30 kg Gepäck aufgeben, allerdings in nur einem Gepäckstück und nicht in meinen zwei Koffern, die ich vorzuweisen hatte. Doch vorraussichtlich hatte ich dickes Klebeband mit und verklebte die beiden Gepäckstücke zu einem zusammen.

Heute kam ich mit einem Fahrrad an.

Aeroflot zeigt sich in Sachen Gepäck sehr großzügig: nach Indien darf ich zwei Gepäckstücke zu je 23 Kg mitnehmen und eines davon darf als Sondergepäck aufgegeben werden.

Ich war wieder einmal sehr nervös, da ich die 23 Kg leicht überschritt und das Fahrrad zwar angemeldet hatte, mir aber trotzdem nicht sicher war (wenn man lange genug in Indien lebt, lernt man sich der Dinge erst sicher zu sein, wenn sie passiert sind).

Tatsächlich musste ich dann  noch einpaar Kilo wieder auspacken, mit dem Fahrrad lief aber alles glatt: hoffentlich übersteht es die Reise!!!

Mit den 50 Kg weniger, fühlte auch ich mich gleich viel leichter, überstand auch den Sicherheitscheck und da war mir der verspätete Flug auch egal.

Durch die Ganze Anspannung verschwand wenigstens der Abschiedsschmerz und nun, wo ich hier auf meinem Bänkchen sitze, fühle ich mich unglaublich erleichtert!

Tatsächlich scheine ich diesen langen Übergang von meinen einen Leben in das andere zu brauchen. Diese 29 Stunden Reisen geben mir Zeit, mein deutsches Leben abzulegen und mich auf mein Indisches vorzubereiten und zu freuen. Der Flughafen erscheint mir wie ein Meer zwischen den beiden Häfen meiner so unterschiedlichen Leben. Es muss langsam durchquert werden, damit ich den Wechsel packe.

Ich mag diese internationale Anonymität und Globalität von Flughäfen. Hier hat man Zeit, keine Termine, keinen Druck. Man wartet einfach nur , hat einmal Muße zum Nichtstun, beobachtet Leute und stöbert in den überteuerten Duty-Free Läden herum. (immer wieder überrascht mich der hohe Preis von den riesigen Gummibären Tüten)

Nur an meinen Flugreise-Tagen scheint die Zeit einmal stehen zu bleiben. Hier komme ich runter und genieße Banalitäten, wie einen Kaffee, den ich mir gönne, mein letztes deutsches Käsebrötchen mit Avocado oder ein Buch.

Dieses Buch, dass ich nun lese, wartete schon so lange auf mich, immer schob ich Arbeit oder etwas Anderes vor und dabei ist es wirklich gut.

Die öffentliche Toilette wird zu meinem Badezimmer und Wasserversorgung. Hier putze ich mir die Zähne, erfrische mich und fülle meine Wasserflasche auf.

Und zu guter Letzt hat so eine zweistündige Verspätung den großen Vorteil eines 5 Euro Verzehr Gutscheins, den ich gerade erhalten habe. Da vergeht doch gleich ein bisschen Wartezeit durch erneutes Anstehen an dem einzigen offenem  Cafe, bei dem ich vor der Wahl eines Salates oder Kaffees stehe.

Erstaunlich leicht entscheide ich mich für den großen Latte Machiatto für 4, 30 Euro. Man gönnt sich ja sonst nichts!

So, werden nun zum Gate gerufen. Freue mich auf ein paar Stunden Schlaf im Flieger. Frühstück gibt es ja dann schon in Moskau!

Gute Nacht!