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Drei tolle Tagestouren mit dem Fahrrad im Kullutal

Momentan halte ich mich gerade für längere Zeit in Old Manali auf. Längere Zeit bedeutet mindestens zwei Wochen und davon die meiste Zeit im Büro vor dem Computer oder wenn ich Glück habe auch einmal auf der Yoga- Matte vor meinen Schülern. Die kontinuierliche Zeit in Manali tut mir, aber auch vor allem meiner Arbeit gut.

Trotzdem brauche ich einen Ausgleich zu all dem Sitzen, also schwinge ich mich alle paar Tage auf mein Rad für eine größere eintägige Tour- und dafür eignet sich das Kullutal hervorragend!

Radtour nach Jana

Radtour nach Jana

In der letzten Woche war ich gleich dreimal unterwegs und möchte nun die Gelegenheit nutzen, diese verschiedenen Touren einmal vorzustellen, sowohl zur Anregung, aber auch zur Motivation!

1.Von Old Manali nach Marhi und zurück (39 km) eine Strecke, von 2050 auf auf 3350 m)

Meine erste längere Tour seit Langem und sie tat auch ordentlich weh. Obwohl ich durch viele Trekking Touren gut akklimatisiert war, habe ich die Höhe doch deutlich gespürt und immerhin habe ich 1300 Höhenmeter bewältigt!

Zuerst ging es für 17 km nach Kothi, eigentlich ein Kinderspiel, ist diese Strecke doch meine regelmäßige Trainingsroute. Dennoch war ich froh nach etwa 1 ¼ Stunden in dem letzten Dorf vor dem Rothang Pass angekommen zu sein. Hier genehmigte ich mir erst einmal mein wohlverdientes Frühstück! Ich habe meine Lieblingsdhaba (Restaurant) in Kothi und so genoss ich meine Alu Parantha mit selbstgemachten Chutney.

Nach der Stärkung ging es auch gleich viel besser! Serpentine für Serpentine schlängelte ich mich hoch auf der Straße die auch zum berühmten Rothang Pass führt. Leider hat es immer noch viele Touristen hoch zum Pass geführt, sodass mich viele indische Motorradfahrer und Taxi- Insassen beim Überholen mit ihren Kommentaren nervten. Wenn Inder eine Frau auf dem Fahrrad sehen, benehmen sie sich manchmal wie Kinder!

15 km vor dem Rothang Pass erreichte ich Marhi, einen schönen Aussichtspunkt mit vielen kleinen Essbuden. Die letzten Kilometer waren schon hart, sodass ich froh war, mein Ziel erreicht zuhaben. Außerdem muss man auf den 5 km vor Manali etwas aufpassen, sowohl beim hinauf, als auch beim runter fahren, da die Straße etwas eng ist und es zu den Seiten hin steil hinab geht!

Ich genoss die Abfahrt in vollen Zügen, nahm ein paar Abkürzungen und erreichte Old Manali über eine kleine Seiten Straße. Hinauf benötigte ich etwa dreieinhalb Stunden. Die Abfahrt dauerte eine knappe Stunde!

2. Von Old Manali nach Jana und zurück nach Naggar (Insg. 55 km, 1000 Höhenmeter)

Hier eine meiner Lieblingsstrecken, die ich oft im letzten Herbst gefahren bin, vo rallem wegen der köstlichen Verpflegung in Jana, aber dazu später!

Zugegeben die Fahrt von Old Manali nach Naggar für 22 km mag ich nicht sogern. Ständig muss man auf der Hut vor Autos, Kühen, spielenden Kindern und Hunden sein, die Straße geht mal auf, mal ab und ist man in Naggar angekommen ist man eigentlich schon geschafft. Von Old Manali auf 2050 Meter bis nach Naggar auf 1700 hat man leicht an Höhe verloren. Aber nun heißt es für 14 km steil- und ich meine STEIL- bergauf!

Dennoch die Straße ist herrlich: schmal, unbefahren und durch grünen Wald mit toller Sicht auf das Kullutal.

Auf dem Weg nach Jana

Auf dem Weg nach Jana

Zu Beginn geht es noch vergleichsmäßig sanft hinauf, doch die letzten 5 km sind tödlich und mit leerem Magen kann Jana nicht früh genug erscheinen. Trotzdem brauche ich insgesamt knapp 3 Stunden bis hoch. Das kleine Dorf ist noch sehr traditionell, bestehend aus kleinen Holzhäusern, Gemüsefeldern und Apfelplantagen. Noch einige Kilometer weiter und ich erreich einen kleinen Wasserfall. Hierher zieht es einige indische Touristen mit den Autos für ein paar Fotos und mich mit dem Fahrrad für eine köstliche Mahlzeit!

In der kleinen Hütte neben dem Wasserfall wird nämlich noch ganz typisches lokales Essen angeboten, wovon ich nicht genug bekommen kann!

Man bekommt einen sogenannten Thali, einen Teller, mit rotem Reis, Kidneybohnen, grünem Waldgemüse und ein Jogurtgericht. Dazu gibt es einen Fladen aus Maismehl der über offenem Feuer geröstet wurde, sowie scharfes Chutney, Ghur, eine Art natürlicher Zucker und selbstgemachtes Ghee (geklärte Butter). Mein Highligt ist der Siddu, eine Art Hefeklos mit würziger Füllung den ich großzügig in das Ghee tauche und mit dem Ghur esse! Herrlich! Und mein Bauch tut jetzt schon weh! Aber zu dem Thali gehört auch eine Süßspeise, Kheer genannt und eigentlich nichts anderes als ein besserer Milchreis.

Wir genießen das gute Essen

Wir genießen das gute Essen

Nach der Mahlzeit bin ich so voll, das ich eigentlich zu faul zum Fahrradfahren bin. Aber nach Naggar geht es ja fast nur bergab und von hier nehme ich den Bus zurück.

3. Von Old Manali nach Hamta (20 km, 800 Höhenmeter)

Eigentlich kenne ich diese Strecke nur wegen des Hamta Pass Treks, denn parallel zu der Straße führt ein Pfad hoch hinauf in das Hamta Tal zum ersten Camp des Hamta Pass Treks. Die Straße ist nicht öffentlich und wurde wegen eines Wasserkraftwerks gebaut. Sie ist 17 km lang und führt bis zu einen Stausee.

Zum ersten Mal hatte ich Glück und bekam mit Hilfe eines Freundes die offizielle Erlaubnis, von Prini aus die Straße benutzen zu dürfen und die Schranken wurden mir geöffnet! Puh, Glück gehabt, aber es hat mich auch viel Überzeugungsarbeit im gebrochenem Hindi gekostet!

44 Kurven geht es hinauf, das weiß ich genau, da die Kurven markiert wurden. Die Aussicht ist wieder toll und ich genieße die Stille während ich mich Kurve für Kurve hinauf schlängele. Sehr entspannend, der Kopf ist leer und nach knapp 2 Stunden bin ich oben im Dorf angekommen. Hier gibt es nicht viel zutun, also mache ich kehrt und genieße die lange und holprige Abfahrt auf der teils unbefestigten Straße!