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Fleischlos durch Indien

Als Vegetarier oder Veganer durch Indien reisen

Als reisender Vegetarier befindet man sich in Indien in einem wahren Paradies. Fast 80% Prozent der Inder sind vegetarisch und verzichten auf Fleisch. Mancherorts sind es sogar fast an die 100% und in einigen wenigen Orten, wie Kerala oder in den Bergstaaten auch einmal weniger. Doch egal wo man sich gerade befindet, wird sich keiner über die fleischlose Ernährung wundern und es wird ein reichliches, abwechslungsreiches und vollwertiges Angebot an vegetarischen Speisen geben.

Inder leben vegetarisch zumeist aus religiösen Gründen und weniger aufgrund ökologischer und gesundheitlicher Beweggründe. Selbst die indischen Fleischesser verzichten oft dienstags auf Fleisch, da dieser Tag dem vegetarischen Gott Hanuman gewidmet ist.

Dabei ist die indische vegetarische Küche auch wirklich gesund und ausgewogen. Inder essen viel Linsen in Form von Dhal – eine würzige Suppe aus Linsen oder anderen Hülsenfrüchten, wodurch man an viel Eiweiß gelangt. Und auch in dem indischen Käse, dem Paneer steckt ordentlich Protein und für viele indische Vegetarier zählen Gerichte wie Palak Paneer (Spinat und Käse) Mattar Paneer (Erbsen und Käse), Shai Paneer (Käse in cremiger Tomatensauce) zu den Lieblingsspeisen.

Ansonsten haben die Inder eine Fülle an Gemüse, die wir Europäer sogar oft noch nie zu Gesicht bekommen haben.

Karela

Da gibt es die Karela, eine Art bittere Gurkenfrucht, Okraschoten, interessantes Wurzelgemüse wie den sogenannten Elefantenfuß, eine Vielzahl von Kürbisarten und, und, und. Langeweile kommt da nicht auf, auch aufgrund der unzähligen Zubereitungsmöglichkeiten, die von Region zu Region ganz unterschiedlich sind. Während in Kerala viel mit geraspelter Kokosnuss gearbeitet wird, macht man in Tamil Nadu alles etwas suppiger, in West Benghal fügt man Kartoffeln hinzu und in der reichhaltigen Punjabi-Küche macht man sämige Currys aus Cashewnüssen und Sahne.

Lecker ist es überall und nicht wenige Fleischesser werden während ihrer Reisezeit in Indien kurzfristig vegetarisch, da es so einfach ist, sich in Indien vegetarisch zu ernähren und auch etwas sicherer, was den Hygienezustand betrifft.

Vegan durch Indien

Die meisten reisenden Veganer, die ich in Indien getroffen habe, werden während ihrer Indienreise zu Vegetariern, da es scheinbar nicht ganz so einfach ist, sich rein vegan zu ernähren.

Tatsächlich ist es so, dass in indischen Restaurants viel mit Butter und Sahne gekocht wird und die Grundbasis für die Curries meistens auch schon fertig ist, sodass da gar nicht viel mehr weggelassen werden kann.

Die verschiedenen Ernährungskonzepte in Indien

Die Inder kennen aus ihrer Tradition heraus eine vegane Ernährung nicht.

Dafür gibt es die Kategorien:

„Vegetarian“ – kein Fisch, kein Fleisch

„pure Vegetarian“ – Kein Fisch, Fleisch und Eier

„Jain-Diät“ – Kein Fisch, Fleisch, Eier und nichts was unter der Erde wächst (Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Möhren).

Es gibt ziemlich viele „Pure Vegetarians“ und daher auch viele Backwaren und Fertigprodukte die eierlos zubereitet werden. In den Bäckereien beinhalten die Kuchen so gut wie nie Eier, können aber durchaus Öl und Milch enthalten.

Auch gibt es viele „Pure Vegetarian“ Restaurants, in denen ausschließlich vegetarische Speisen zubereitet werden.

Die Anhänger der religiösen Abspaltung des Jainismus sind noch ein Stück disziplinierter. Um keine Lebewesen zu schädigen, die unter der Erde leben, wie Insekten und Würmer, wird nur Obst und Gemüse gegessen, das oberhalb der Erdoberfläche wächst. Die ganz strengen Jains haben auch immer einen Besen bei sich und fegen die Straße vor ihren Füßen, damit sie kein Lebewesen zertreten.

Milch, Joghurt und Butter darf aber zu sich genommen werden.

Während es also eher schwierig ist, sich außerhalb vegan zu ernähren, ist es bei den Indern zuhause schon machbar.

Ich selbst lebe oft tagelang vegan ohne es selbst zu merken, denn das Gemüse und die Linsen werden ausschließlich mit Öl gekocht. Dazu gibt es dann indisches Brot oder gekochten Reis.

Zusätzlich kann man dann Joghurt oder wertvolles selbstgemachtes Ghee (geklärte Butter) seinem Essen hinzufügen, muss man aber nicht.

Selbst auf den typischen indischen Masala Chai mit Milch kann verzichtet werden, dann gibt es eben Schwarztee.

Fazit:

Mancherorts in Indien ist es fast umständlicher Fleisch zu finden als sich vegetarisch zu ernähren. Tatsächlich ist es in Indien selbst unter Fleischessern die Regel, sich vegetarisch zu ernähren und eher selten, dass man Fleisch ist. Bei meinen indischen Freunden kommt höchstens einmal in zwei Wochen Fleisch auf den Tisch und dann ist es etwas Besonderes, auf das sich alle freuen.

Schließlich heißen die Begriffe im Englischen „Vegeterian“ und „Non Vegeterian“ – der Fokus liegt also auf dem Vegetarischem.

In den Städten und unter den jüngeren Leuten ändert sich das Essverhalten jedoch schon stark in Richtung Fleisch und es gibt durchaus (wohlhabende) Familien bei denen sogar zweimal Fleisch am Tag auf den Tisch kommt.

Die Ernährungsweise hängt immer noch stark von der Religion ab und besonders indische Christen, Muslime und auch Sikhs lieben ihr Fleisch.

Während bei den fleischessenden Hindus und Sikhs ausschließlich Hähnchen und Ziegen oder Schafsfleisch auf den Tisch kommen, ist es bei Christen und Muslimen auch gern Rindfleisch – sehr zum Missfallen der Hindus!

Die buddhistische Bevölkerung der Bergregionen isst auch Schweinefleisch.

Vegan zu leben ist möglich und in den indischen Städten gibt es mittlerweile kleine vegane Gemeinschaften und dementsprechend auch vegane Cafés und Restaurants.

Einfach ist es jedoch nicht, vor allem weil der normale Inder es einfach nicht versteht. Auf die gute Milch, das wertvolle Ghee und den erfrischenden Joghurt seiner geliebten Kuh verzichten! Warum?!

Und zugegeben – so eine Mango Lassi im heißen Sommer Indiens ist schon was richtig Gutes!