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Kurkuma-Gemüse-Curry- Ein delikates Gericht mit kurioser Zutat

Im hinduistischen Rajasthan gibt es kein Weihnachten. Doch würde das Weihnachtsfest begangen werden, würde man in dem Wüstenstaat zu diesem besonderen Anlass sicherlich das königliche Gericht „Haldi Subzi“ servieren. Das vegetarische Gericht ist eine wunderbare Kombination aus besten Zutaten und kann auch hier in Deutschland als vegetarische Alternative zum Weihnachtsmahl serviert werden. Etwas Besonderes ist es allemal, denn Hauptzutat ist frischer Kurkuma!

Die Kurkuma Wurzel

Kurkuma Wurzel

Kurkuma, oder Gelbwurz, dass gelbe Gewürz das Farbe und Geschmack in asiatische Gerichte gibt, ist jedem  als gelbes gemahlenes Pulver bekannt.

Gemahlener Kurkuma

Gemahlener Kurkuma

 

Kaum einer kennt die gelbe frische Kurkuma Wurzel, die rein optisch wie eine Ingwerknolle, jedoch deutlich gelber, aussieht. Wie der Name eben schon sagt, die Gelbwurz. Tatsächlich stammt die Pflanze aus Indien und ist auch als indischer Safran bekannt. In Indien wird die Knolle der Pflanze schon seit 5000 Jahren als Heilpflanze verwendet! Dabei ist nur die Wurzel von Interesse. Die etwa ein Meter hohe Pflanze mit grünen Blättern hat ansonsten keine Bedeutung.

Kurkuma als Heilpflanze

Der wichtige Inhaltsstoff Curcumin dient als Färbemittel und Geschmacksträger und wird als Lebensmittelzusatz unter dem Namen E100 genutzt.

Daneben hat es aber vor allem medizinische Bedeutung und scheint ein wahres Wundermittel zu sein: Es wirkt entzündungs- und krebshemmend, leitet Schwermetalle aus dem Körper und wirkt dem Knochenabbau entgegen. Es hilft bei Diabetes und Alzheimer und ist sogar schmerzstillend.

Da das Curcumin nicht wasserlöslich ist, sollte man Kurkuma im heißen Öl erhitzen um es besser für den Körper verfügbar zumachen.

Daneben enthält Kurkuma viele weitere heilende Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel ätherische Öle, Vitamine und Mineralien.

Wer mit Kurkuma gekocht hat, der weiß, geschmacklich ist das Gewürz gar nicht so interessant. Doch es gibt dem Gericht eine tolle Farbe und wenn man etwas zuviel zum Gericht gegeben hat, ist der Geschmack sogar etwas leicht bitter und kann unangenehm sein.

Doch Bitterstoffe sind ja bekanntlich gesund!

Mehr zum Kurkuma und seinen gesundheitlichen positiven Auswirkungen erfahrt ihr hier.

Ein indisches Gericht mit Kurkuma als Hauptzutat

Eine Spezialität aus der Marwar Region um Jodhpur herum, im Bundesstaat Rajatsthan, ist dass sogenannte „Haldi Subzi“, das übersetzt einfach nur „Kurkuma Gemüse“  bedeutet.

Als ich das erste Mal von einem solchen Gericht gehört hatte, war ich sehr skeptisch und konnte mir das Gemüsegericht so gar nicht vorstellen. Ein Gericht zubereitet aus einem Gewürz und dann auch noch aus dem für mich geschmacklich eher unangenehmen Kurkuma?

Ich wurde neugierig und freute mich, als ich von einem indischen Freund, aus der ländlichen Region um Jodhpur herum, zum Abendessen eingeladen wurde und er ankündigte Haldi Subzi zuzubereiten, seine Spezialität.

Doch schon beim gemeinsamen Vorbereiten des Gerichts wurde schnell klar, dass dieses Gericht kein normales Alltagsessen ist, sondern eine Kombination aus sehr erlesenen und wertvollen Zutaten!

Kurkuma

Der Kurkuma wurde geraspelt und sah wie geriebene Möhren aus, während die Hände ganz gelb wurden. Außerdem würfelten wir Paneer (indischen Käse), schnitten Blumenkohl ganz klein, schälten Erbsen, würfelten Tomaten und Zwiebeln und machten eine Paste aus Knoblauch und Ingwer. Alle Zutaten, neben einigen Gewürzen, etwas Jogurt und viel Ghee würden sich später im „Haldi Subzi“ wiederfinden.

Gemeinsame Vorbereitung

Gemeinsame Vorbereitung

Als ich später Pukhraj, meinem Gastgeber, bei der Zubereitung des aufwändigen Gerichts auf einem offenem Feuer beobachtete, konnte ich gar nicht glauben, wie alle diese Zutaten zu einem einzigen Gericht kombiniert wurden. Tatsächlich ist die Zubereitung des Gerichts etwas aufwändiger. Allein die Vorbereitung kostet Zeit. Doch das Ergebnis ist lohnend. Eine Geschmacksexplosion im Mund, die exotischen Zutaten harmonieren zu einer perfekten Einheit und spiegeln die reichhaltige Kultur Rajasthans wieder. Natürlich trägt die große Menge an Ghee seinen Anteil dazu bei- doch beim Verspeisen des vegetarischen Males, habe ich einfach nicht über den Fettanteil des Gerichts nachgedacht :)!

Haldi Subzi/Kurkuma Gemüse Curry Rezept

Zutaten:

1 kg Kurkuma-grob geraspelt

1 kg Ghee (geklärte Butter)

1 Teelöffel Kreuzkümmel

1 Esslöffel Ingwer Knoblauch Paste

2 gewürfelte Zwiebeln

2 gewürfelte Tomaten

200 g in kleine Stücke gewürfelter Blumenkohl

200 g in kleine Stücke gewürfelter Paneer (indischer Frischkäse) oder Tofu

200 g Erbsen

50 g eingeweichte Rosinen

50 g eingeweichte Cashewnüsse

200 g Jogurt

½ Teelöffel gemahlener Chilli

1 Teelöffel Kitchenking (indische Gewürzmischung aus Pfeffer, Koriander, Kreuzkümmel…)

Einige gezupfte und gehackte frische Korianderblätter

Zubereitung:

Der wichtigste Schritt ist gleich der Erste: Es wird 1 kg Ghee erhitzt und darin der geraspelte Kurkuma für mindestens 20 min gegart, solange bis er eine etwas bräunliche Farbe annimmt, sich das Fett vom Gemüse trennt und die Bitterkeit nachgelassen hat. Der Kurkuma wird dann zur Seite gestellt und das austretende Ghee abgeschöpft. Den Jogurt mit dem Chilli mischen.

gekocht wird das Gericht ganz traditionell- auf dem offenem Freuer

gekocht wird das Gericht ganz traditionell- auf dem offenem Freuer

Von dem geschöpften Ghee 2 Esslöffel in einem Wok oder einer Pfanne erhitzen, dann den Kreuzkümmel hinzugeben und leicht bräunen, die Zwiebeln und die Ingwer-Knoblauch Paste hinzufügen. Alles etwas leicht im Fett rösten. Nun werden Erbsen, Blumenkohl, Cashews und Rosinen dazugeben und alles wird für ca 5 Minuten gegart. Dann kommt der Kurkuma dazu, sowie der Paneer und der Jogurt. Alles in der Pfanne zusammen mischen und unter rühren auch etwas Kitchenking hineingeben.

Das fertige Haldi Subzi

Das fertige Haldi Subzi

Noch fünf Minuten weiter garen lassen.  Das Gericht mit frischen Koriander und etwas geriebenem Paneer dekorieren. Zum Haldi Subzi passen entweder Reis oder indisches Brot, wie Naan oder Chapati.

Guten Appetit!